Kleines Stoff-Lexikon für Brautkleid und Accessoires

Bei der Auswahl des Brautkleides spielt auch der Stoff eine Rolle. Soll es feine Spitze sein, leichter Chiffon oder glatte Seide. In unserem kleinen Stoff-Lexikon haben wir Infos über die gängigsten Stoffe, die bei Brautkleidern Verwendung finden, zusammen gestellt.

Spitze

Brautkleid mit Spitze von Divina Sposa
© www.thesposagroup.com

Spitze gibt es schon seit 500 Jahren und doch ist sie seit kurzer Zeit aktueller denn je. Am bekanntesten ist Brüsseller Spitze, die auch als Königin der Spitze gefeiert wird.

Besonders edle Spitze zeichnet sich durch detailreiche Wiedergabe von floralen oder geometrischen Mustern aus. Spitze wird in verschiedenen Varianten eingesetzt. Sie kommt als Randabschluss oder leichte Drapierung an fließenden Linien zum Einsatz.

Total angesagt sind derzeit mit Spitze überzogene Oberteile, Rockteile oder komplette Kleider. Spitze gibt dem Brautkleid einen romantischen, verpielten Touch.

Satin

Brautkleid aus Satin von La Sposa
© www.lasposa.info

... ist ein Klassiker unter den Stoffen für Brautkleider. Durch seine besondere Webtechnik namens Atlasbindung ergibt sich eine edel glänzende, glatte Oberseite und eine matte Unterseite. Satin wird aus Seide, aber auch aus Polyester oder Viskose hergestellt. Nicht nur die Festigkeit sondern auch die Tatsache das Satin garantiert knitterfrei ist, machen den Stoff so beliebt. Satin ist schwerer als reine Seide und wird oft bei reich bestickten Brautkleidern verwendet.
Neben dem Seidensatin ist die „Duchesse“ (Herzogin), eine Mischung aus Seide und Viskose, ein weniger kostenintensiver aber ebenso beliebter Satinstoff bei Brautkleidern. Duchessekleider sind sehr beliebt, da das Gewebe leichter als Seidensatin aber schwerer als Taft ist und sich durch einen hohen Tragekomfort auszeichnet. Es nimmt Feuchtigkeit gut auf, trocknet schnell und ist deshalb für Hochzeiten in wärmeren Monaten ein sehr beliebter Stoff.

Organza

Brautkleid mit Organza-Rock von Justin Alexander Signature
© www.justinalexanderbridal.com

... wird gern für besondere Effekte an Brautkleidern verwendet. Es zeichnet sich durch Festigkeit aus, obwohl es dünn und transparent wirkt. Je nach Lichteinfall hat Organza eine zart schimmernde Optik. Weil es leicht ist und sich durch eine gute Griffigkeit empfiehlt, kann es auf viele Arten verarbeitet werden. 

Organza gibt dem Kleid Volumen und lässt es leicht und luftig wirken. Es wird oft für voluminöse Röcke verwendent. Auch für die Kreation von Schmuckblüten bietet sich dieser Stoff an.

Taft

Taft-Brautkleid von weise
© www.weise.eu

... gilt als älteste Stoffart überhaupt.

Ursprünglich wurde er aus Seidenfasern hergestellt. Mittlerweile werden auch hochwertige synthetische Fasern benutzt, was den Stoff erschwinglicher macht. Seine halbsteife, feine glatte Oberfläche und die matte Optik machen den Taftcharakter aus. Je nach Webart kann Taft auch dezent schimmern.
Dieser raschelnde und knisternde Stoff ist hervorragend als Grundlage geeignet, um das Brautkleid mit Stickerei zu versehen, da es ein besonders festes Material ist. Taft wird oft bei Brautkleidern mit Raffungen verwendt.

Seide

Brautkleid aus Seide von Justin Alexander
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... ist eine feine Naturfaser die aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnen wird. Vermutlich wurde sie 3000 v. Chr. in China entdeckt. Seide ist nach wie vor ein sehr beliebter Stoff für das Brautkleid. Das unnachahmliche Spiel von Licht und Schatten des glänzenden Stoffes ist besonders reizvoll. Seide bietet bei allen Temperaturen einen angenehmen Tragekomfort – wärmend im Winter und kühlend im Sommer. Sie ist knitterarm, weich und reißfest, aber auch empfindlich.

Man unterscheidet die rustikale Wildseide mit ihren Fadenverdickungen von der feineren, glatteren Taftseide. Diese wesentlich teurere Seide gibt es einfädig und in festerer, doppelfädiger Ausführung, mit einer interessanten Querrippenstruktur.

Besonders großen Größen stehen schlichte Seidenkleider mit weitfallenden Röcken.

Tüll

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... ist nicht mehr nur für den Brautschleier geeignet. Dieses netzartige, leichte und durchsichtige Gewebe wird heute auch oft für Brautkleider verwendet. Tüll wird aus Garnen verschiedener Feinheit gewebt. In seiner reinen Form ist er zart und daher empfindlich. Brautkleid-Designer verwenden deshalb oft synthetischen Tüll.

Bei Hochzeitskleidern wird Tüll oft als Reifrock oder Petticot verwendet. Immer öfter besteht auch der gesamte Rock aus mehrlagigen Tüllschichten, so dass sich die Braut in eine umwerfende Ballerina verwandelt. Am besten kombiniert man dazu ein eng anliegendes Oberteil aus Seide oder Satin. Durch seine Leichtigkeit und gleichzeitige Stabilität ist Tüll das ideale Material um Form und Volumen zu liefern. Auch als Grundlage für Stickereien eignet er sich gut.

Chiffon

Chiffon Brautkleid von Amelie
© www.ameliebridal.de

...ist ein sehr feiner, hauchdünner Stoff aus Naturseide, Baumwolle, Viskose oder Kunstfasern. Durch seine fließende Leichtigkeit findet er oft bei festlichen, romantischen Brautkleidern Verwendung. Das transparente Material wird meist in mehreren Lagen in der Festrobe verarbeitet. Ein traumhaft schöner Effekt tritt ein, wenn ein zarter Windhauch mit dem Stoff spielt. Chiffon wirkt sehr feminin und ist angenehm zu tragen, allerdings auch sehr empfindlich.

Weniger kostenintensiv und fester als Seidenchiffon ist der Polyesterchiffon. Allerdings wärmt dieser Stoff nicht, ist also nur für eine Sommerhochzeit zu empfehlen.

Damast

... wird modern auch als „Jaquard“ bezeichnet. Früher sprach man von Damast, wenn ein Muster in die Seide gewebt wurde. Marco Polo brachte diesen bestickten Stoff im 13. Jahrhundert nach Europa.

Samt

...wurde ursprünglich aus Seide gewebt – heute ist ein Baumwoll-Viskose-Mix. Das kuschelige Gewebe besitzt eine 2 bis 3 mm hohe Haardecke aus senkrecht empor stehenden Fäden. Ideal für ein Brautkleid einer Winterbraut ist diese warme und anschmiegsame Textur. Samt wird auch gern für Boleros verwendet.

Außerdem eröffnen sich interessante Kombinationen: Beispielsweise harmoniert ein samtiges Oberteil mit einem Rock aus Seidensatin wunderbar.