Material-Lexikon für Trauringe

Das Material der Trauringe bestimmt die Trageeigenschaften und ist neben dem Design ein wichtiges Auswahlkriterium für das Brautpaar. Gold, Platin, Silber und Titan sind die bekanntesten Edelmetalle, die zur Herstellung von Eheringen verwendet werden. Erfahren Sie, welche Materialien sich für Ihre Trauringe besonders gut eignen.

Gold – Trauringe in vielen Farbtönen

Wegen seiner edlen und warmen Farbe und aufgrund der sehr hohen Dichte ist Gold sehr beliebt zur Herstellung von Trauringen. Dieses Metall lässt sich allerdings nicht pur zu Schmuck verarbeiten, da es in ursprünglichen Zustand zu weich ist. Deshalb muss es mit anderen, härteren Metallen legiert werden. Durch die Beimischung unterschiedlicher Anteile von Silber, Kupfer und hellem Palladium entstehen verschiedene Goldtöne: vom kühlen Weißgold über das klassische Gelbgold bis hin zu Rosétönen oder feurigem Rotgold. Je nach Zusammensetzung kann Gold mit drei Gelbtönen, zwei Rottönen und zwei Weißtönen aufwarten.
Wie hoch der Anteil an Gold ist, können Sie an der Punzierung, dem winzigen Stempel in der Ringschiene, erkennen. Ein Trauring mit viel sichtbarem reinem Gold, wie z. B. 18 Karat Ringe (750er), hat einen volleren und wärmeren Goldton. Das ist besonders vorteilhaft für den Farbkontrast bei Bicolor- und Tricolor-Ringen. Er ist wesentlich hautfreundlicher und angenehmer zu tragen, als Trauringe aus Legierungen mit weniger Goldanteil.

Platin – die edelsten Trauringe

Trauringe aus Platin werden in der Regel mit einem Reinheitsgrad von 95% verarbeitet. Sie werden nicht stumpf, laufen nicht an und behalten ihren natürlich weißen Schimmer für immer. Sie punkten damit, dass sie hypoallergen sind und sich ideal für Menschen mit empfindlicher Haut eignen. Trauringe aus Platin sind mit dem Stempel „Pt 950“ versehen. Es ist ein Gütesiegel und Erkennungszeichen, das für seine außergewöhnlichen Reinheit steht.
Aufgrund seiner Dichte und des Gewichts ist Platinschmuck widerstandsfähiger als andere Schmuckmetalle. Platin trägt sich nicht ab und Edelsteine sind in den Trauringen sicher gefasst. Wie alle Metalle kann auch Platin Kratzer bekommen. Ein Kratzer auf einem Platinschmuckstück stellt jedoch nur eine seitliche Verschiebung des Metalls dar und führt zu keinem Volumenverlust. Selbst wenn tagtägliches Tragen Spuren an der Oberfläche hinterlassen hat, bleiben Trauringe aus Platin, was sie gewesen sind – ein Symbol für Unvergänglichkeit.

Titan – Trauringe aus der Zukunft

Trauringe aus Titan, dem Hightechmaterial der Zukunft, sind hart, leicht und absolut allergieneutral. Titan eignet sich sehr gut für die Herstellung von Trauringen. Die kühle Ausstrahlung, die durch das helle und seidenglatte Äußere hervorgerufen wird, ist ideal für Individualisten, die moderne und schlichte Trauringe mögen.
Oft werden diese in Kombination mit Gold und Platin angeboten. Es gibt auch trendige Trauringe mit einer Beschichtung aus PVD – diese brillieren mit ihrer schwarzen Oberfläche. Eine Weitenänderung ist bei genügend Materialstärke auch später möglich.

Stahl – ungewöhnliche Trauringe für Individualisten

Ausgesprochen individuell und ungewöhnlich sind Trauringe aus Stahl. Genau wie Titan ist Stahl hart und antiallergisch, allerdings gehört er nicht zu den Edelmetallen. Die guten Eigenschaften zur Verarbeitung von Stahl sowie die Fähigkeit zur Kombination mit Gold und Rotgold eröffnen ganz neue Möglichkeiten für das Design und die Gestaltung der Trauringe. Als Edelstahl bezeichnet man legierte oder unlegierte Stähle mit besonders hohem Reinheitsgrad. Trauringe aus Edelstahl sind rostfrei und zudem korrosionsbeständig. Dadurch sind sie sehr haltbar, aber nur bedingt z.B. für die Änderung der Weite geeignet.

Silber – edel aber seltener eingesetzt

Trauringe aus reinem Silber im Wortsinn gibt es nicht. Der Grund dafür liegt in der Beschaffenheit des Stoffes. Silber kann selten pur gewonnen werden, meist muss es aufwendig von anderen Bestandteilen getrennt werden. Danach wird es wieder mit geeigneten Metallen gemischt, weil Feinsilber für die Herstellung von Trauringen zu weich ist. Es trägt sich stärker ab als Gold.
Deshalb ist Sterlingsilber bekannt als Legierung – erkennbar an der Stempelung 925 im Trauring. Kein Metall strahlt so gleißend hell wie frisch poliertes Silber. Es zeichnet sich durch ein sehr hohes Reflexionsvermögen aus.