Hochzeitsfotos in der Kirche = Blitzlichtgewitter beim Gottesdienst? Ein leidiges Thema...

Wenn sich ein Hochzeitspaar das Ja-Wort auch vor Gott und der Gemeinde geben möchte, so wünscht es sich selbstverständlich auch von diesen besonderen Momenten tolle Aufnahmen für die ewige Erinnerung. Hochzeitsaufnahmen in der Kirche stellen jedoch leider ein Thema dar, bei dem nicht wenige Geistliche bzw. Vertreter der Kirchen die Stirn runzeln und am liebsten kategorisch nein sagen. Warum ist das so, und was kann man hier tun?

Fotos in der Kirche

© www.tedhartwig.de

Es gibt leider unter den Hochzeitsfotografen recht viele Anbieter, die auf der Jagd nach besonderen Blickwinkeln und Perspektiven keinerlei Scham und Anstand zeigen und die Zeremonie tatsächlich massiv stören. Man hört hier von Leuten, die sich über den Altar lehnen, dazwischen rufen oder vorne bei der Erteilung des Segens mitten dabei sein müssen. Selbst wenn das Brautpaar sich hier nicht gestört fühlt (was bereits recht unwahrscheinlich ist), so wird wenigstens die Pfarrerin, bzw. der Pfarrer hierüber ganz und gar nicht begeistert sein. Gerade in der Kirche soll aber eine angenehme, feierliche und andächtige Stimmung vorherrschen. Daher ist es verständlich, dass die Verantwortlichen der Kirche nach solchen Erlebnissen die Arbeit der zukünftigen Hochzeitsfotografen stark einschränken oder ihnen den Zugang zum Trau-Gottesdienst gänzlich verweigern. Dies ist dann sehr ärgerlich, zumal hier aus Ungewissheit alle Hochzeitsfotografen über einen Kamm geschoren werden.

Fotos in der Kirche

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Was können angehende Brautpaare tun, um professionelle Hochzeitsfotos vom Traugottesdienst zu bekommen?

Wer einen professionellen Hochzeitsfotografen bucht, erhält auch gleichzeitig die Sicherheit, dass sie oder er dezent und unauffällig arbeitet. Die wahren Profis verhalten sich nämlich der Situation angemessen und können umschalten zwischen animativen Momenten und solchen, in denen man passiv und unauffällig zu arbeiten hat. Es stellt eben einen großen Unterschied dar, ob ich als Hochzeitsfotograf gerade 150 Menschen für ein spaßiges Gruppenfoto animieren muss, oder ob ich in der Kirche stiller Begleiter eines Gottesdienstes bin. Wie man eine professionelle Hochzeitsfotografin bzw. Fotografen findet, stellt ein ganz eigenes Thema dar – lesen Sie hier mehr dazu. Auf jeden Fall muss das Thema Hochzeitsaufnahmen in der Kirche vorher explizit sowohl mit dem Fotografen als auch mit der Kirche besprochen werden.


Idealerweise bespricht der Fotograf mit dem Hochzeitspaar bereits im Vorfeld folgende Themen:

Erstens arbeitet ein Profi mit moderner und hochwertiger Technik, die beispielsweise auch in der Kirche Aufnahmen ohne Blitz ermöglicht, bzw. die Notwendigkeit des Blitzens auf wenige Ausnahmesituationen beschränkt.

Zweitens wird der Hochzeitsfotograf notwendige Standortwechsel auf die Zeiten verlegen, wenn gesungen wird und die Orgel spielt. Laute Schritte auf knarrenden Holzdielen sind natürlich während stiller Momente ein absolutes No-Go!

Drittens wird sich ein Profi selbstverständlich an die Weisungen der oder des Geistlichen halten, auch wenn es hier zu enttäuschenden Einschränkungen kommen sollte. Aber vielleicht kommt es dazu gar nicht.

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Vorabgespräche mit der Kirche

Das Hochzeitspaar sollte die Gewissheit, dass ein dezent arbeitender Profi gebucht wurde, deutlich an die Verantwortlichen der Kirche weitergeben. So wissen hier alle Beteiligten, dass die Aufnahmen ohne Störung der Zeremonie erstellt werden.
Bestenfalls stellt sich der Fotograf bereits vor der Hochzeit selbst telefonisch beim Büro der Kirche vor und bespricht das Thema mit den Verantwortlichen. Wenn er hier Verständnis für die skeptische Haltung der Kirche äußert und gleichzeitig zu erkennen gibt, dass er eben explizit und deutlich anders arbeitet als jene Mitbewerber, die für das schlechte Image verantwortlich sind, dann öffnet man die Tür zur Zusammenarbeit bereits weit. Am Tag der Hochzeit stellt sich der Fotograf dann noch persönlich vor und fragt, was erlaubt ist und was nicht. Beispielsweise darf sich der Hochzeitsfotograf frei bewegen, aber nicht hinter die Altar-Linie. Oder er darf beim Ein- und Auszug nach vorn, ebenso bei der Segnung, sollte aber während der restlichen Zeit von der Empore oder von hinten fotografieren. So oder so ähnlich. Hieran muss sich der Fotograf unbedingt halten.

Empfehlenswert ist auch, den Kantor vor Beginn des Gottesdienst um einige Bilder der Hände an der Orgel zu bitten, denn von hier kommt die Musik die später den Saal erfüllen und die Atmosphäre aufkommen lassen wird. Ob der Kantor sich durch Aufnahmen während des Gottesdienstes gestört fühlt, ist unbedingt zu erfragen. Da er alleinig für die Musik verantwortlich ist, wäre es eine Schande, sollte der Fotograf die Frau oder den Mann an der Orgel bei der Arbeit stören und diese bzw. dieser sich dadurch deutlich hörbar verspielen. Eine Kirchenorgel ist ein kompliziertes Instrument, und das sollte respektiert werden.

Zusammenfassend kann man sagen: Wenn ein Profi für die Hochzeitsfotos gebucht wird und im Vorfeld alles in Ruhe besprochen wurde, dann steht den tollen Erinnerungsfotos eigentlich nichts mehr im Weg.

Der Autor Ted Hartwig ist professioneller Hochzeitsfotograf mit langjähriger Erfahrung. Ted Hartwig kommt aus Berlin, arbeitet bundesweit und wünscht sich stellvertretend für alle seriösen Fotografen einen stets offenen und gemeinschaftlichen Umgang zwischen Kirche und Fotografen...

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